Gedanken zum Standard


(Holger Bunyan, Windundzuchtbuch 1994)

Zusammenhang von Schönheit und Leistung beim Whippet

Es stellt sich immer wieder die Frage, wofür ein Standard eigentlich da ist. Dazu muss man sich mit der Geschichte befassen, die im Prinzip die gesamte Zucht von Haustieren umfasst.

Das man dazu überging, schriftlich niederzulegen, wozu eine Haustierrasse nützlich sein soll, bzw. wie sie aussehen soll - oder besser warum sie so auszusehen hat - hat seinen Ursprung in GB. Die Briten sind eine geborene Züchternation. Ihnen haben wir es zu verdanken, dass es Standards gibt und die damit zwangsläufig verknüpften Ausstellungen und Leistungswettbewerbe.

Durch ihr ausgeklügeltes System der selektiven Zucht existieren heute eine Vielzahl von Rassen - und nicht nur Hunderassen.

Die Idee einen Standard zu erstellen, erwuchs also aus der ziel- und zweckgebundenen Zucht einzelner Rassen mit festgeschriebenen Merkmalen.

Beim Whippet gehen die Ansichten heute leider etwas auseinander. Tatsache ist allerdings zweifelsfrei, dass der ursprüngliche Verwendungszweck des Whippet darin bestand Kaninchen zu hetzen. Diese kleinen sprintstarken und wendigen Hunde wurden in der Dämmerung in der für England typischen Parklandschaft zum Kaninchen fangen eingesetzt - nicht immer von dafür befugten Personen. Es war der Hund des kleinen Mannes: pflegeleicht, anpassungsfähig, gut im Haus zu halten, unauffällig und gut zu verstecken!

Als man um die Jahrhundertwende den Standard für den Whippet erstellte, hat man auch dies berücksichtigt. Im englischen Original heißt es unter General apperance (Gesamterscheinung): "built for speed and work". Was im deutschen mit Geschwindigkeit und Leistung übersetzt wurde. Doch Work = Arbeit. Und hier liegt der springende Punkt der Missverständnisse. Die Arbeit unserer Whippets ist zweifelsfrei die Kaninchenhetze, welche eine enorme Wendigkeit, Intelligenz und Mut voraussetzt.

Kennt man die Geschichte, so scheint es unumgänglich, das der Standard auch heutzutage die Grundlage einer Rasse ist.

Jeder, der sich um das Wohl, die Erhaltung oder die Verbesserung einer Rasse kümmert, kommt nicht um den Standard umhin. So ist er für jeden Züchter, Richter und auch Liebhaber der Rasse, die wichtigste Lektüre schlechthin.

Der Standard wird nun im einzelnen unter die Lupe genommen:

Gesamterscheinung
Ausgewogene Kombination von Muskelkraft und Stärke mit Eleganz der Umrisslinien. Für Geschwindigkeit und Leistung (Anm. besser Arbeit) gebaut. Jede Form der Übertreibung muss vermieden werden.


Die Gesamterscheinung ist das, was jedem Betrachter sofort ins Auge fällt und unmissverständlich signalisieren soll - das ist ein Whippet!

Anlässlich eines Vortrages über den anatomischen Aufbau eines Whippet begann der Autor damit, dass er dem Auditorium ein Foto eines Whippet vorstellte und dieses fragte, was das sei. Die verdutzten Zuhörer antworteten getreu: "Na, ein Whippet?!" Woraufhin die Gegenfrage kam, woher sie das wüssten... langer Rede kurzer Sinn: Der Autor wollte vom Auditorium die markanten Punkte, sprich Merkmale, genannt bekommen, die uns als Betrachter signalisieren: das ist ein Whippet.

Die Beschreibung im Standard lässt dem Betrachter einen grossen Spielraum für seine eigene Phantasie, denn die Formulierung "ausgewogen, Eleganz, Grazie... sind eindeutig nicht zu begrenzen und liegen stark im Auge des Betrachters. Um diesen Umstand wissend, schiebt er gleich eine Bemerkung hinterher - jede Übertreibung muss vermieden werden.

Charakteristika
Ein idealer Begleiter. In hohem Maße anpassungsfähig in häuslicher und sportlicher Umgebung.

Wesen
freundlich, liebenswürdig, ausgeglichen.


Das Wesen und die Charakteristika beschreiben unseren Whippet als den idealen Familien- und Begleithund. Dazu wird er zwangsläufig durch die geforderte Anpassungsfähigkeit. Nicht umsonst gilt der Whippet in Frankreich als die Rasse des 21. Jahrhunderts. Doch was genau ist mit Anpassungsfähigkeit gemeint?

Der Whippet soll ein leicht zu handhabender Hund sein, der auch für Anfänger in der Hundehaltung geeignet ist. Ein zu spezialisiertes Verhalten ist nicht erwünscht.

Das macht unsere Whippets gerade so angenehm und liebenswert - ihre unkomplizierte Art und Weise. Er soll eben nicht das "typische Windhundwesen" haben - und er soll ein Multitalent sein. So ist es auch nicht verwunderlich, dass viele Whippets vorzügliche Begleithund- und Agilitysportler sind, zwar relativ selten in Deutschland, dafür aber weltweit. Bemerkenswert, das in der Top Ten Liste für Obedience in den USA ein Whippet an erster Stelle stand, natürlich im Vergleich mit allen Hunderassen.

Kopf und Schädel
Lang und trocken, flacher Oberkopf, zum Fang mit leichtem Stop verlaufend, ziemlich breit zwischen den Augen, kräftige und klar gezeichnete Kiefer, schwarzer Nasenschwamm. bei blauen Hunden ist eine bläuliche Nase erlaubt, bei leberfarbenen Hunden eine leberfarbene Nase, bei weißen oder Hunden oder Schecken ist eine Schmetterlingsnase zulässig.


Die Beschreibung des Kopfes weist nochmals auf die Eingangs beschriebene Eleganz und schwungvollen Linien hin, mit der Forderung nach kräftigen Kiefern, welche auf die Funktion als Kaninchenjäger hinweisen.

Das sie einzelnen Nasenfarben so detailliert wiedergegeben sind, versinnbildlicht nur noch mal, das bezüglich Farbe beim Whippet alles erlaubt und möglich ist.

Hals
Lang, muskulös, elegant gebogen.


Eine eindeutig funktionale Beschreibung. Zum Ergreifen der Beute sind nicht nur die Kiefer maßgeblich, sondern auch eine kräftige und ausdauernde Halsmukulatur. Der gebogene Hals hat nicht nur eine ästhetische Bedeutung, sondern ermöglicht auch einen besseren Ansatz und Wirkungsgrad der Muskulatur.

Augen
Oval, strahlend, sehr aufmerksamer Ausdruck.


Die Beschreibung der Augen spiegelt unter anderem die Wachheit, Aufmerksamkeit und Intelligenz wieder. Wobei die Forderung eines ovalen Auges die lange und flache Schädelform unterstreicht. Erwähnt werden sollte auch, dass die Augenfarbe nicht reglementiert ist. Sowohl helle als auch dunkle Augen sind erlaubt. Eine Reglementierung der Augenfarbe ist reine Geschmacksache!

Ohren
Rosenförmig, klein, feinlederig


Die Ohrform unterstreicht in allen Teilen nochmal die Eleganz und Grazie und harmonische Gesamterscheinung der fließenden Linien.

Gebiß
Kräftige Kiefer mit perfektem, regelmäßigem und vollständigem Scherengebiß, d.h. die oberen Schneidezähne greifen eng über die unteren und stehen rechtwinkelig zu den Kiefern.


Eindeutig bestimmt der ursprüngliche Gebrauchswert diesen Punkt des Standards mit dem erneuten Hinweis auf kräftige Kiefer.

Vorhand
Schulter schräg und muskulös, Schulterblätter bis zur Wirbelsäule reichend, wo sie sich deutlich abzeichnen. Vorderläufe zwischen Ellenbogen und Pfoten gerade und senkrecht. Front nicht zu breit, Fesseln kräftig, leicht federnd, Ellenbogen gut unter den Rumpf gestellt.


Die Beschreibung ist ganz auf die Funktionalität des Whippet abgestimmt. Die Vorhand ist eigentlich das Wichtigste an einem Hund, wird hier doch der Schub aufgefangen und umgesetzt in eine ökonomische, zielgerichtete Bewegung. Eine schräge Schulter ermöglicht einen weiten Vortritt und ein weites Ausgreifen, bildet doch die vorgeführte Vorhand eine Gerade, so dass sämtliche Gelenke gestreckt sind.

Die Forderung, dass die Schulter bis an die Wirbelsäule reichen soll, deutet auf die muskulöse Verbindung der Vordergliedmaße mit dem Rumpf hin. Die Vorderextremität ist ja beim Hund nicht knöchern befestigt, ein Schlüsselbei existiert nicht. Das Schulterblatt ist durch den Sägemuskel mit dem Rumpf verbunden. Ist dieser kurz und straff, so ist das Schulerblatt eng am Rumpf anliegend und nahe der Wirbelsäule. Gerade Läufe und kräftige Fesseln garantieren ein effektives und wendiges Agieren der Vorhand.

Rumpf
Brust sehr tief mit Raum für das Herz, klar abgezeichnet, breiter, fester Rücken, eher lang, mit deutlichem Bogen über der Lende, aber nicht buckelig. Die Lende erweckt den Eindruck von Stärke und Kraft. Rippen gut gewölbt, am Rückenansatz gut bemuskelt.


Die Beschreibung des Rumpfes ist wieder streng funktionell gehalten. Die Wirbelsäule als Übersetzung zwischen Vor- und Hinterhand bildet den Rücken, der breit sein soll. Durch die Breite der Lende ergibt sich ein guter Muskelansatz. Die gebogene Lende garantiert eine schnelle Übersetzung des Schubs von hinten nach vorn.

Durch die geforderte muskulöse und kräftige Erscheinung wird zum einen die geschwungene Linie erneut beschrieben. Durch den geforderten Bogen wird wieder die Funktionalität unseres Whippet verdeutlicht. Eine geschwungene, kräftige Lende ermöglicht eine starke Antrittsgeschwindigkeit und eine große Wendigkeit.
Die tiefe Brust und die gewölbten Rippen sind für unsere Hochleistungssportler ja schon obligatorisch. Sie bieten viel Raum für Herz und Lunge und sind zum schnellen Hetzen unerlässlich.

Hinterhand
Stark, breit über den Oberschenkeln, gut gewinkelt, tief gestellte Sprunggelenke, gut entwickelte Unterschenkel. Der Hund deckt im Stand viel Boden ab und zeigt viel Schub.


Auch dieser Teil des Standards beschreibt die funktionelle Voraussetzung für die ursprügliche Arbeit. Fast alle Muskeln, die den Oberschenkel bilden, sind in ihrer Funktion grob gesehen Vorführer der Hinterhand. Die gute Winkelung und die tief gestellten Sprunggelenke befähigen den Whippet schnell und wendig zu sein.

Weiterhin garantieren sie ein weites Vorschieben unter den Körper. Das der Hund viel Schub zeigen soll, verdeutlichen noch mal die gutbemuskelten Oberschenkel im Zusammenhang mit der guten Winkelung und den tiefgestellten Sprunggelenken.

Pfoten
Sehr klar umrissen, gut voneinander abgesetzt, gut aufgeknöchelt, dick, kräftige Ballen.


Die Konstruktion der Füße ist für einen schnellen Jagdhund - sprich Windhund - wie das gute Jagdgewehr eines Jägers.

Die Füße unserer Whippets sind großen Belastungen ausgesetzt. Es wirken enorme Kräfte auf sie ein. Eine solide Konstruktion ist für die schnellen Hunde von großer funktionaler Bedeutung. Feste und gut aufgeknöchelte Pfoten, das beeinhaltet eine ganze Menge an Voraussetzungen. Feste Füße setzen kräftige und stabile Knochen voraus. Gut aufgeknöchelt können Füße nur dann sein, wenn die bindegewebigen Verbindungen - Sehnen und Bänder - von hoher Festigkeit bei gleichzeitig guter Elastizität sind. Mit guten Füßen ist ein Whippet lange in der Verfassung seine Arbeit ausführen zu können.

Rute
Keine Befiederung, lang , sich verjüngend. In der Bewegung feine Aufwärtsbiegung, jedoch nicht über Rückenhöhe.


Die Rute ist das Ruder unserer Whippets. Sie dient zum Steuern und Balancieren. Eine lange Rute ermöglicht ein gutes und schnelles Reagieren und unterstützt die Wendigkeit. Das sie fein und kurz behaart sein soll, unterstreicht die fließenden Linien und grenzt den Whippet vom Lurcher ab.

Gangart / Bewegung
Frei, Hinterläufe mit gutem Schub unter den Körper vorgreifend. Vorderläufe mit weitem Vortritt flach über dem Boden, parallel im Kommen und Gehen. Bewegung weder gestelzt noch hochsteppend, kurztrittig oder trippelnd.


Die Bewegung unserer Hunde spiegelt die Harmonie und das Zusammenspiel der einzelnen Körperteile zueinander wieder.

Das die Läufe sich parallel zueinander bewegen sollen, verdeutlicht nur noch einmal die Stabilität und Festigkeit des Sehnen- und Bänderapparates und zum anderen die Festigkeit und geraden Knochen der Vor- und Hinterhand. Über das Seitengangwerk wird gefordert - weit ausgreifend mit viel Schub aus der Hinterhand - leider wird nicht erwähnt, sondern vorausgesetzt, dass die Schrittlänge sowohl hinten als auch vorne gleich lang sein muss. Ein Umstand, der leider in der Realität bei uns in Deutschland nicht häufig anzutreffen ist.

Die Vorwärtsbewegung des Whippet soll flach über dem Boden sein. Die Briten bezeichnen dieses auch als "Daisy cutting movement", was wörtlich übersetzt - Gänseblümchen schneidende Bewegung - bedeutet, dass die Vorwärtsbewegung flach über dem Boden ausgeführt werden soll. Dazu fällt mir der Kommentar eines deutschen Richter ein, der zu uns sagte: "Ihre Hunde sind ja alle sehr schön, nur das Gangwerk gefällt mir nicht so. Die schleifen so über den Boden." damit hat er den Nagel auf den Kopf getroffen. Daran hat meine Frau auch lange gearbeitet, damit unsere Hunde eben das whippettypische Gangwerk zeigen! Es versteht sich von selbst, das dieser Richter sich durch eine solche Aussage als Whippetrichter disqualifiziert hat.
Ein Grund mehr zu erwähnen, dass das Studium des Standards auch für "erfahrene" Sportsfreunde unumgänglich ist.

Haarkleid
Kurz, fein, eng anliegend


Ein Punkt, der den Rassetyp als solchen beschreibt und den rassereinen Whippet von den Lurchern abgrenzt.

Farbe
Jede Farbe oder Farbmischung


Zum Glück unserer Rasse spielt die Farbe keine Rolle. Dieses fördert und erweitert den Genpool unserer Whippets und schließt keine brauchbaren Merkmalsträger aufgrund ihrer Farbe aus!

Größe
Schulterhöhe: Rüden 47 bis 51cm, Hündinnen 44 bis 47cm


Die Größe ist ein vieldiskutiertes Thema. Ja, ich möchte es schon fast als Übel unserer Rasse bezeichnen. Doch wozu ist eine Größenbestimmung überhaupt sinnvoll?

Dazu möchte ich ein Erlebnis schildern, welches ich bei einem Spaziergang hatte. Drei Whippetrüden aus unserer Zucht auf einem Spaziergang im Schloßpark. Es handelte sich nach meiner Auffassung um das ideale Gelände für Whippetarbeit. Wiese mit Büschen und Bäumen. Die drei Hunde zwar alle aus unserer Zucht, doch recht unterschiedlich. Der erste recht kräftig und groß, schöne Knochen und viel Substanz, mit schöner, langer Lende und schöner Muskulatur. Der zweite von vorzüglicher Größe und guter Muskulatur, etwas kürzer in der Lende. Der dritte von vorzüglicher Größe, guter Muskulatur und schöner, langer Lende. In den übrigen Teilen unterschieden sich die drei nicht, bzw. kaum.

Alle noch relativ jung, begannen sie natürlich zu laufen und zu toben. Der Dritte spielte den Hasen. Er wurde von den anderen Beiden gejagt. Der Erste kam schnell an den Gejagten heran. Dieser wiederum schlug einen Haken, worauf der Erste zwar reagierte, aber aufgrund seiner Masse nicht schnell genug herumkam. Der Zweite war aufgrund seiner kürzeren Lende nicht so schnell im Antritt, doch genauso wendig. Dieses Spiel wiederholte sich dauernd - die beiden Verfolger kürzten ab, versuchten sich den "Hasen" zuzutreiben, doch dieser trickste beide immer wieder aus. Er sprang in vollem Lauf in die Höhe, wendete 180 Grad, drehte auf einem Hinterlauf und ließ die Anderen ins Leere laufen.

Das war für mich ein beeindruckendes Erlebnis. Eine Standardinterpretation am lebenden Objekt. Um auf die Größe zurückzukommen - der große, kräftige und im Vergleich natürlich auch beeindruckendere und attraktivere Hund hatte in der Verrichtung seiner Arbeit nicht das optimale Ergebnis geliefert.

Ein Grund dafür, warum die Größe ein bei uns immer wieder heiß diskutiertes Thema sein wird, ist unser Verständnis, bzw. Mißverständnis der Arbeit unserer Hunde. Wenn wir die Arbeit, bzw. Leistung auf die Schnelligkeit reduzieren, werden zwangsläufig die großen Hunde immer im Vorteil sein. Eine Tatsache, die sogar wissenschaftlich belegt ist (Beuing). Würden wir die Leistung unserer Hunde beim Coursing "messen", gäbe es bestimmt keine so großen Probleme mit der Größe. Eine Richterin sagte einmal auf einem Whippetmeeting: "Das Thema Cousing sollten wir nicht diskutieren. Es hat sich gezeigt, das es für unsere Hunde viel zu gefährlich ist." Eine Äußerung, die mich sehr nachdenklich gestimmt hat, doch dazu später.

Fehler
Jede Abweichung von den vorgesehenen Standardmerkmalen ist als Fehler anzusehen und die Bewertung des Fehlers muss genau seinem Schweregrad entsprechen.

Anmerkung:
Rüden müssen zwei offensichtlich normale, vollständig abgestiegene Hoden im Skrotum aufweisen.


Dass es den perfekten Hund nicht gibt, wird jeder einsehen. Jeder noch so gute Hund hat seine Fehler und Abweichungen vom Ideal, sprich Standard. Entscheidend muss immer sein, das der Gesamteindruck stimmt. Lässt die Gesamterscheinung (Rassetyp) zu wünschen übrig, so können die restlichen Punkte noch so gut sein. Dieser Fehler ist natürlich schwerer zu bewerten als ein etwas zu enges Gangwerk hinten, oder eine zu ausgeprägte Kniefalte. Der Fehler sollte so bemessen sein, wie er für die Funktionalität von Bedeutung ist. Eine steile Schulter oder ein flacher Rücken, die beide die ursprüngliche Funktion stark beeinträchtigen, müssen schwerer wiegen, als z.B. die Über- oder Unterschreitung des Idealmaßes.

Die Äußerung, dass Cousing für unsere Hunde zu gefährlich sei, ist sehr bedenklich. Wenn dies den tatsächlichen Gegebenheiten entsprechen sollte, haben wir das Zuchtziel bei weitem verfehlt. Wenn unsere Hunde nicht einmal mehr ihre ursprüngliche Arbeit verrichten können, weil sie sich dabei verletzen oder gar zu Tode kommen, kann man die Schuld nur in der Zucht suchen und finden.

Der Standard schreibt ausdrücklich vor, jede Form der Übertreibung zu vermeiden. Dies beinhaltet nicht nur, ob die Hälse zu lang werden oder die Winkelungen ins Übermäßige geraten oder die ideale Schulterhöhe überschritten wird, sondern auch, das die Schnelligkeit ein Limit besitzt und die Arbeitsfähigkeit erhalten bleiben muss.

Schlussbetrachtung

Der Standard ist in allen FCI angeschlossenen Ländern und GB als standardgebendem Land gleich. Deshalb ist der Whippet weltweit auch so einheitlich. Egal ob Australien oder Südafrika, ob Frankreich oder Schweden, dank des Standards sind unsere Whippets in allen Ländern als solche zu erkennen. Deshalb ist es wichtig, das der Standard für jeden, ob Züchter dieser Rasse, Richter oder Liebhaber, das Maß aller Dinge sein muss.

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